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Geschichte

Aus der "Frühgeschichte" der Gemeinde St. Christophorus

Pfarrer i.R. Theodor Sitzmann †, der erste Pfarrer von St. Christophorus, erzählt:

Eine Kapellenwagen-Mission im Gebiet der Ronwald-Siedlung, wo nach dem Krieg ein großes Flüchtlingslager war, gab im Jahr 1952 den Anstoß, die Gründung einer eigenen katholischen Gemeinde in Fürth-Nordost in Betracht zu ziehen. Ein Weg zum Sonntagsgottesdienst nach Unsere Liebe Frau in der Innenstadt war für viele zu weit.

Schon am 25. März 1953 riefen der damalige Pfarrer Trauner von Unsere Liebe Frau und sein Kaplan Drummer auf zu einer Gründungsversammlung eines Kirchenbauvereins Fürth-Nordost in die damalige Gaststätte Latteyer in der Erlanger Str. 95. Spontan wurde der Kirchenbauverein gegründet, eine Vorstandschaft gewählt, eine Satzung beschlossen und der Mitgliedsbeitrag von DM -,50 festgelegt. Der Verein sollte sich bemühen, einen Kirchenbau vorzubereiten.

Am 29. November 1953 wagten die Leute in Fürth-Nordost einen bunten Nachmittag im damaligen Geismannssaal in der Innenstadt von Fürth zu halten, der zu einer gelungenen Veranstaltung wurde und großen Auftrieb schaffte.

Am 10. März 1954 wurde im Rahmen einer Caritas-Mitgliederversammlung in St. Heinrich bekannt gegeben, dass Herr Prälat Pieger mit der Stadt Fürth verhandelt habe, um ein Grundstück im Nordosten von Fürth für eine katholische Kirche zu erwerben. Zuerst wurde ein Grundstück neben dem Sportplatz der Spielvereinigung angepeilt. Dieses Vorhaben wurde aber von der Stadt abgelehnt, da eine Kirche direkt neben dem Sportplatz zu Unannehmlichkeiten im Sportbetrieb und Kirchenleben hätte führen müssen. Dann wurde von der Fränkischen Pelzindustrie ein Platz in der Nähe der Pestalozzischule angeboten. Der Firmenchef Dr. Levie erklärte sich bereit, das Grundstück von etwa 8700 qm zu dem äußerst günstigen Preis von DM 8,- /qm uns zu überlassen. Schnell stimmte das Erzbischöfliche Ordinariat Bamberg zu und überwies den Kaufpreis von DM 69144.-.

Nun wurden große Kirchenbaupläne geschmiedet, wieder verworfen und neue aufgestellt. In der Fürther Zeitung wurde am 11. September 1956 ein Kirchenmodell für 600 Gläubige mit einem Baupreis von 1 Mio. DM abgebildet. Wäre der Plan verwirklicht worden, hätten wir heute eine neubarocke Kirche.

Das Ordinariat Bamberg aber dämpfte allen Baueifer mit der Aussage, es sei heute überhaupt noch kein Überblick zu bekommen, wie groß die Zahl der Katholiken im Nordosten von Fürth in den nächsten Jahren sein werde. Noch war unser Stadtteil fast nur Flurgebiet, und die Flurstraße hatte ihren Namen noch zurecht.

Dann kam die Ernüchterung: Der Bischof von Bamberg bot uns an, vorerst mit einer Notkirche zufrieden zu sein, die eine Gemeindegründung ermöglichen würde und doch die Kirchengröße nicht festlege. Damit könnte die Entwicklung in unserem Stadtgebiet abgewartet werden. Es wurde dann auch eine Kirche als Vorbild angeboten - eine Baracke aus Zementbauteilen. Damals war bereits Kaplan Theodor Sitzmann für die Seelsorge in diesem Gebiet hier zuständig. Wir besichtigten die angebotene Kirche in Dombühl bei Ansbach und waren beim Anblick einer nach unserer Ansicht schäbigen Baracke tief enttäuscht. Dennoch stimmten wir zu - die Kirchenverwaltung von Unsere Liebe Frau und der Kirchenbauverein. Bei einem Besuch in Bamberg versprach dann der damalige Erzbischof von Bamberg, Josef Schneider: Wenn wir 10 Jahre mit der Notkirche zufrieden wären, würden wir eine neue und größere und festere Kirche bekommen. Das erleichterte unsere Zustimmung.

Baubeginn der Notkirche war am 15. Juli 1959, Fertigstellung bereits im November 1959, geplante Kosten DM 125 000.-. Am Sonntag 15. November 1959 wurde die Kirche vom damaligen Weihbischof Lenhard geweiht.

Heute sind wir sehr froh über die damalige Entscheidung - sie gab uns die Möglichkeit, die neue Kirche sorgfältig und in Ruhe zu planen. Und zudem überraschte die Notkirche alle Besucher durch ihre Heimeligkeit. Sie wurde von allen sehr lieb gewonnen.

Nach dem freudigen Einzug in die Notkirche am 15. November 1959 und den ersten Gottesdiensten in Fürth-Nordost beginnt auch bereits die Planung hin zu einer selbständigen Pfarrei mit einer neuen großen Kirche.

Erster Schritt dazu: Am 26 Juli 1960 trifft die staatliche Genehmigung ein zur Errichtung der Filialkirchenstiftung St. Christophorus. Wir erhalten damit eine eigene Kassenführung in der Gemeinde. Dazu muss eine eigene Kirchenverwaltung gewählt werden. Erster Kirchenpfleger wird Herr Malterer.

Zur seelsorglichen Betreuung war zuerst geplant, dass sich die Priester der Mutterpfarrei Unsere Liebe Frau abwechseln sollten im Halten der Gottesdienste. Dann stellt sich heraus, dass für eine einheitliche Seelsorge eben auch ein eigener Seelsorger erforderlich wird. Kaplan Sitzmann wird fortan zuständig für die Gemeinde.

Eine Volksmission im September/Oktober schafft gute Impulse für die Gemeinde. Im November 1960 erscheint das erste Pfarrblatt der Pfarrei "Unsere Liebe Frau" zusammen mit ihren Tochtergemeinden St. Christophorus und Herz-Jesu.

In Gemeinschaftsarbeit wird der Platz vor der Notkirche von Juni bis September 1961 gerichtet. Sogar Amerikaner mit einem großen Gerät werden dafür gewonnen.

Im September 1961 wird verhandelt über den Neubau eines Pfarrhauses. Schon im November bekommen wir vom Ordinariat und der Stadt Fürth die Baugenehmigung. Der Plan zum Neubau wird von Herrn Architekten Netter erstellt. Schon am 23. November 1961 wird mit dem Bau begonnen.

Am 1. September 1962 werden wir Kuratie - damit ist wieder ein großer Schritt zur ganz selbständigen Pfarrei getan. Kaplan Sitzmann wird neuer Kuratus von St. Christophorus.

Im Kirchenbauverein muss entschieden werden, ob in der Gemeinde zuerst ein Kindergarten oder die neue Kirche geplant werden soll. Wir entscheiden uns als vordringlich für die neue Kirche. Der Kindergarten kann leichter gefördert werden als eine neue Kirche.

Am 22. Oktober 1962 kann das neue Pfarrhaus bereits bezogen werden. Frl. Bräu wird neue Haushälterin im neuen Pfarrhaus. Im März 63 können wir mit dem Ausbau einer Pfarrbücherei beginnen, die vorerst im Pfarrhaus untergebracht werden soll.

Am 1. Mai werden die Fürther Gemeinden aus dem Dekanat Nürnberg gelöst. Wir bilden fortan ein eigenes Dekanat Fürth. Der Pfarrer von St. Heinrich - Prälat Pieger - wird neuer Dekan von Fürth.

Wir beginnen mit den Leuten der Kirchenverwaltung mit Besichtigungsfahrten zu neueren Kirchen, damit wir uns ein Bild von einer neuen Kirche machen könnten. Schon am 22. August 1963 erteilt das Bamberger Ordinariat die Genehmigung zur Erstellung eines Gesamtbebauungsplanes für unser neues Kirchengrundstück.

11. November 1963: überraschender Tod des Stadtpfarrers Adolf Schlereth.

Am 1. April 1965 wird die Kuratie zur neuen Pfarrei erhoben. Damit haben wir unser erstes Ziel erreicht - die vollständige Selbständigkeit unserer Gemeinde. Kurat Sitzmann wird erster Pfarrer von St. Christophorus, Fürth.

Nach der Volkszählung vom Juni 1961 wohnten in unserem Gebiet Fürth-Nordost 2843 Katholiken - es waren 26,5 % der Bevölkerung. Nach einer Statistik wurden 1960, also im ersten Jahr, 39 Kinder bei uns getauft. 19 Kinder gingen erstmals zum Tisch des Herrn. 8 Kirchliche Trauungen konnten wir in unserem Kirchlein halten. 21 Gemeindemitglieder starben und wurden vom Priester beerdigt.

In der Begeisterung des Anfangs stellten sich viele Leute zur Verfügung bei der Ausgestaltung unseres Kirchenplatzes. Es galt Bäume und Sträucher zu pflanzen - Rasen und Plattenwege anzulegen - Zäune waren zu ziehen. Unsere Flurstraße war am Anfang noch ein richtiger Flurweg ohne Straßenbelag. Hinter dem Kirchengrundstück war ja noch der ausgetrocknete Kanal.

Eine ganz wichtige Festfeier war für uns im Jahr die Ausgestaltung unseres Fronleichnamsfestes. Da an Fronleichnam selbst immer die große Prozession in der Stadt war, feierten wir dieses Fest am Sonntag drauf. Schon im ersten Jahr waren wir stolz auf dieses öffentliche Bekenntnis. Diese Prozessionen wurden immer ansehnlicher. Am gelungensten war wohl unsere Fronleichnamsfeier, wo wir im Schulhof der Pestalozzischule den Gottesdienst hielten und dann im Zug am Wohnheim St. Kunigund vorbei zum Kirchenplatz zogen. Vier Altäre waren von eifrigen Gemeindemitgliedern aufgebaut und geschmückt worden. Unsere Blumenteppiche waren eine Pracht.

Jedes Jahr umfangreicher wurde der Gabenopfergang zum Erntedankfest. Weihnachten wurde in unserem Kirchlein dann etwas ganz Besonderes. Wir haben damals unsere beiden Christbäume mit Lametta geschmückt - das war eine Gemeinschaftsarbeit über viele Stunden weg - dann aber waren wir stolz auf all den Glanz und Lichterschmuck in unserer weihnachtlichen Kirche.

Im November 1960 erscheint ein erstes Pfarrblatt, erstellt von der Mutterpfarrei Unsere Liebe Frau mit Berichten aus St. Christophorus und Herz-Jesu/Mannhof, den Tochtergemeinden. Ab September 1965 haben wir dann unseren eigenen Pfarrbrief herausgegeben.

Am 6. Januar 1961 wagten wir unseren ersten Gemeindeabend in der Gaststätte am Prater - wir erlebten einen vollen Saal mit vielen zufriedenen Gesichtern.

Schon im Frühjahr 1961 wurden wir gedrängt, am Sonntag drei Eucharistiefeiern zu halten, weil bereits unser Kirchlein für zwei Gottesdienste zu klein wurde. Das gab gewichtige Gründe, die Neuplanung einer großen Kirche voranzutreiben.

Mit der Besitznahme des neuen Pfarrhauses am 22. Oktober 1962 wurde unser Gemeindeleben ein großes Stück mehr bereichert - nun konnte der Seelsorger inmitten der Gemeinde wohnen und als Ansprechpartner besser gesucht werden. Schon 1964 begannen wir, eine eigene Pfarrbücherei aufzubauen - 1965 wurde auch ein Kirchenchor gegründet.

Als wir am 1. April 1965 eigenständige Pfarrei wurden, schuf das bei allen große Freude - unsere Wunschträume im Aufbau einer Gemeinde gingen zügiger voran, als wir gedacht hatten. Nun machten wir uns feste daran, neue Kirchen zu besichtigen, es galt ja, Pläne für unsere neue Kirche zu erstellen. Dies aber zum Schluss dieser „Vorgeschichte“: Es war 1973 ein trauriger Anblick, als unsere Kirche Stück um Stück zerlegt und abgetragen wurde. Manche haben sogar geweint. Aber - das Kirchlein wurde wieder aufgebaut und wird heute noch als Kirche in Wintersdorf, Pfarrei Zirndorf, als Gotteshaus gebraucht.